Die Papstdorfer Kirche

Die spätbarocke Kirche zu Papstdorf ist ein Neubau aus dem Jahre 1787. Sie wurde in den Jahren 1786 und 1787 an derselben Stätte erbaut, an der bis dahin ein äußerst baufälliges und mühsam durch Stützen vor dem Einsturz bewahrtes Gotteshaus gestanden hatte.

Wenige Monate nach den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag des Neubaus des Gotteshauses kam großes Leid über die Papstdorfer Kirchgemeinde. Am 22.6.1839 entlud sich über dem Dorfe ein fürchterliches Gewitter; ein Blitzstrahl zuckte auf das Gotteshaus hernieder. Das Turmdach und ein Teil des Kirchendaches mußten neu gedeckt werden. Obwohl diese Reparaturen sehr kostspielig waren, scheute die opferfreudige Kirchgemeinde auch weitere Ausgaben nicht, um den Turm mit einem Blitzableiter zu versehen.

Beim Bau der Kirche wurden von dem Amtsbaumeister Kayser aus Pirna die Gedanken George Bährs (Erbauer der Dresdner Frauenkirche) berücksichtigt. Schlicht, zweckmäßig und trotzdem elegant steht die Kirche majestätisch mitten im Ort und trotzdem über dem Dorf. Der rechteckige, gerade Bau ist mit einem hohen Satteldach gedeckt; an der Ostseite ist ihm ein massiver Turm mit einer Haube vorgesetzt. Das Merkwürdige an der Kirche ist, dass der Turm nicht auf der Westseite steht, wie es eigentlich üblich war, sondern auf der Ostseite. Dadurch ordnet sie sich besser in die Hanglage des Ortsbildes ein.

Im Turm befanden sich ursprünglich einmal drei Glocken. Die große und die kleine Glocke wurden während des 2. Weltkrieges abtransportiert, sie sollten eingeschmolzen werden. Während die kleine Glocke dieses Schicksal ereilte, entdeckte man die große nach dem Krieg auf dem „Glockenhof von Hamburg“ und brachte sie wieder heim nach Papstdorf (31.5.1948). Die große Glocke stammt aus dem Jhre 1711 und ist damit älter als unsere Kirche, die mittlere aus dem Jahre 1787. Beide Glocken tragen Inschriften.

In der Kirche entsteht durch die zwei Emporen der Eindruck eines ovalen Innenraums. Der Kanzelaltar wird von ionischen Säulen flankiert. Der Taufstein stammt von 1837 und wurde aus Anlass des 50. Jahrestages gestiftet. Die 1845 eingebaute Orgel lässt sich W. Herbig aus Langenwolmsdorf zuschreiben.

Die gesamte Kirche wurde 1985/88 gründlich renoviert. Das Kirchenschiff mit seiner schlichten Ausstattung ist einheilich erhalten und Beispiel einer spätbarocken, protestantischen Dorfkiche Sachsens.

Heute werden Gottesdienste, Konfirmationen und alljährlich das Krippenspiel in der Kirche aufgeführt. Auch für Auftritte von Bergsteigerchören und dem Papstdorfer Männerchor wird der Kirchenbau mit seiner wunderbaren Akustik genutzt. Im Rahmen der Reihe „Sandstein und Musik“ ist die Papstdorfer Kirche einmal jährlich Gastgeber und bietet besonders bei Konzerten mit Blechbläsern ein besonders Erlebnis.



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