Start Die Sächsische Schweiz

Das Elbsandsteingebirge

Entstehung des Elbsandsteingebirges

Unter den deutschen Mittelgebirgen nimmt das Elbsandteingebirge aufgrund seines Gesteins eine Sonderstellung ein.

Die Entstehung des Gebirges reicht rund 100 Millionen Jahre zurück. Als das Kreidemeer hier wogte, lagerten sich hunderte Meter dicke Sand-, Kalk- und Tonschichten auf dem Grund des Meeres ab. Muscheleinschlüsse belegen dies noch heute. Als das Wasser sich zurückzog, entstand diese romantische Landschaft mit ihren wild zerklüfteten Felsmassiven, tief eingeschnittenen Tälern und Schluchten, mit den imposanten Tafelbergen, Felstürmen und Zinnen, Ebenheiten und großen Felsbrocken. Aus dieser mächtigen Sandsteintafel zwischen dem Lausitzer Granit und dem böhmischen Basalt wurde im Verlauf einer langen Zeitspanne in Wechselwirkung von Erosion und tektonischen Bewegungen der so elbsandsteintypische Quadersandstein gebildet. In vielen Jahrhunderten verwitterte durch Sonne, Wind, Frost und Niederschläge der Sandstein und gestaltete, wie auch die Flüsse, eine außerordentlich vielfältige Landschaft. Durch den Vulkanismus erfuhr das Gebiet durch die markanten Basaltkegel eine schöne Bereicherung.

Die dominierenden Großformen lassen sich in drei Abteilungen einordnen:

  • wuchtige Felsenberge mit einer Vielzahl von freistehenden Felstürmen und schroffen Steilwänden wie der Papststein  mit der Großen Hunskirche
  • Ebenheiten, aus denen Tafelberge, als Abtragungsreste emporragen, so z.B. Lilienstein
  • canonartige tief eingeschnittene V-Täler mit einer Vielzahl von Seitengründen, Schluchten und Steinhaufen z.B. Labyrinth

Besiedlung des Elbsandsteingebirges

Die älteste menschliche Niederlassung im Elbsandteingebirge wurde bei der Errichtung des Berggasthauses auf dem Pfaffenstein und bei der Rodung einer in der Nähe liegenden Waldparzelle entdeckt. In der hier vorhandenen Lehmschicht fand man neben einer Herdstelle Krüge, Schüsseln, Handmühlen u.a. Auch Bronzeringe und Gußformen kamen zutage. Damit war der Nachweis erbracht, dass schon vor der Bronzezeit (ca. 1500 v.Chr) in dieser Höhensiedlung Menschen gewohnt hatten. Ihre keramischen Erzeugnisse rechnen wir zur Lausitzer Kultur.

Seit dem 7. Jh. begannen die Sorben vom Elbtal aus und auch von der Lausitz her, ihre Wohngebiete immer weiter in die Täler des Elbsandsteingebirges vorzuschieben. Rechtsseitig siedelten sie in der Gegend von Lohmen und Hohnstein, linksseitig bis Struppen und Weißig. Im Elbtal folgten die Siedlungen dem Strom aufwärts (Copitz, Wehlen, Pötzscha, Rathen, Prossen, Postelwitz). Die Hochflächen und die abgelegenen Felsen- und Waldgebiete blieben zunächst siedlungsfrei. Die Sorben bestellen ihre Feldstreifen mit dem hölzernen Hakenpflug und trieben Viehzucht. Sie kannten die Töpferei mit der Drehscheibe und verzierten ihre Gefäße mit dem Wellenlinienband (Burgwallornament). In den Elbdörfern wohnten Fischer und im nahen Wald sammelten die Zeidler den Honig der wilden Bienen. Die älteste Dorfform in den genannten Siedlungsgebieten ist der Rundling. Mocketal, Doberzeit und Daube zeigen diese alten Rundlingsanlagen z.T. noch heute. Rund um den Dorfkern standen die Häuser, dahinter lagen strahlenförmig die Felder. Bei den Fischersiedlungen an der Elbe schmiegten sich die Häuser, den Giebel dem Wasser zugewandt, eng aneinander.

Wechselvoll und leidvoll ist die Geschichte der Siedlungen in der Sächsischen Schweiz. In einem Felsengemach der Felsenburg Neurathen findet sich in Stein gehauen folgende Inschrift: „1706 WAR TER SWETE IN LANTE ES KVSTETE VIL GELT.“ Diese steinerne Urkunde legt Zeugnis ab von den Nöten, welche die vielen Kriege über die Völker brachten. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 – 1648) zogen „zuchtlose haufen“ sengend, brennend und plündernd durch das Gebirge.

Die Einwohner der Dörfer flüchteten in die engen Felsengründe, Schluchten und Höhlen. Viele Berichte, in die Felsen eingehauene Namen, Jahreszahlen und Bilder erzählen davon. Im Nordischen Krieg (1706) flüchteten die Bewohner wieder vor den Schweden in die Felsen. Auch die Feldzüge des preußischen Königs Friedrich gegen die der Österreicher und Polen im Siebenjährigen Krieg (1756 – 1763) zogen unser Gebiet in Mitleidenschaft.

1813 wurde das Elbsandsteingebirge Schauplatz der Feldzüge Napoleons. Ein Teil der französischen Armee unter Führung von General Vandamme setzte bei Königstein mit 40.000 Mann über die Elbe und sollte danach bei Dresden gegen die verbündeten Armeen eingesetzt werden. Unter Führung von Prinz Eugen von Württemberg konnten die Franzosen – trotz dreifacher Überlegenheit – am 26. und 27.8. auf der Krietzschwizter Ebene vor Pirna aufgehalten werden.

Es ist überliefert, dass die Franzosen östlich vom Papststein und am Koppelsberg Schanzen gegen die Österreicher aufwerfen ließen. Die Namen Schanzenhaus uns Schanzenborn belegen dies. Und sie haben hier Pferde requiriert, die Bauern mussten Schanz- und Gespanndienste leisten und Getreide und Schlachtvieh abliefern. Und damit waren die Bauern doppelt gestraft, denn auch der König von Sachsen verlangte seine „Pfründe“.